Jr. Jandir

Amador e Jr. Segurança Patrimonial Ltda. [Amador and Jr. Patrimonial Security Ltd.], performative proposals developed by Antonio Gonzaga Amador and Jandir Jr., carried out in art institutions by the artists themselves dressed in security uniforms. The central problems arise from the relation between institutions like these and the people who work in their safeguards on a daily basis.

Stephanie Creaghan

Stephanie E. Creaghan is a video artist and filmmaker who makes work about how violence presents itself in communication. Their first solo exhibition in New York, ‘That Guy,’ took place in Fall 2025 at D.D.D.D. They have exhibited and performed in Montreal, Quebec City, Toronto, Chicago, New York, Los Angeles, Paris, Singapore, and Prague, and completed international residencies in Paris, France, Stolpe/Oder, Germany, New York, USA, and Wexford, Ireland, as well as at the Centre for Expanded Poetics in Montreal. Their work is in the Vtape collection, and they were commissioned to do a temporary public sculpture by the City of Outremont in 2022.

Petra Keinhorst

Petra Keinhorst works in site-specific installations, sculptures, and drawings. Her three-dimensional work largely comprises of hard paraffin wax sculpture projects. She melted a first public sculpture in 1999 and has been re-using the material since, re-melting it again and again. Through carving, forming or casting, work and material constantly transform anew. 

Living in South Africa for many years has influenced her motives – moving toward works that look at the social and environmental impact of our activities on this planet. The beauty of the hard paraffin wax that at times becomes partially translucent is alluring, despite confronting us with what we don’t like to see. Her two dimensional works seem similarly beautiful and fragile at first, until one realizes their meaning. 

 

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Petra Keinhorst arbeitet in raumbezogenen Installationen, Skulpturen und Zeichnungen. Seit vielen Jahren meist mit immer demselben Material Hartparaffin. Eine erste öffentliche, grosse Skulptur hat sie damals wieder eingeschmolzen – seither sind daraus über Neuguss und Wiedereinschmelzung viele neue Werke entstanden. 

Die Arbeiten entstehen klassisch bildhauerisch gehauen und geschnitzt aus zuvor gegossenen Blöcken, oder frei getaucht und geformt, oder auch abgeformt im Negativguss.

Die entstandenen Skulpturen erleuchten im sonnigen Gegenlicht halb transparent, mit einer harten und oft glänzenden Oberfläche. Die Konturen erscheinen weicher als sie tatsächlich sind und scheinen sich im Licht visuell teils aufzulösen.

Die Werke entziehen sich uns damit, obschon wir uns haptisch über das Material so angezogen fühlen. Sie erzeugen in Räumen eine atmosphärische Stimmung, die selbst im Aussenraum platzierte Objekte noch ausstrahlen.

Die Künstlerin lebte ein Jahrzehnt lang in Südafrika. Die Thematik ihrer Arbeiten hat sich, davon beeinflusst, verändert und seither entstandene Werke sind oft mehrteilige Installationen welche die Auswirkung unserer Aktivitäten auf diesem Planeten thematisieren. Während frühere Arbeiten oft eine bestimmte melancholische oder atmosphärische Stimmung intendierten, zeigen neuere Arbeiten eine formelle Brüchigkeit welche auf die Problematik unserer Zeit teils symbolisch oder konkret hinweist.

 

Der Prozess des Wiedereinschmelzens und Neubearbeiten des Materials ist dabei eine kontinuierliche Verwandlung von ephemerer Qualität.

Sofia Durrieu

Jusqu’à présent, je conçois mon travail comme un questionnement, une manière d’agir sans certitudes. Ma pratique explore, au sein des objets, discours, constructions, normes et codes du paradigme fonctionnel contemporain, où peut émerger une rupture, dans une tentative de libérer la présence humaine de son conditionnement à l’efficacité. Sculptures et performances – envisagées comme un continuum – sont des situations de dialogue. Elles prennent souvent la forme de systèmes hautement régulés, tout en suggérant subrepticement incertitude et ouverture. Objets, systèmes et catégories du quotidien sont extraits des contextes qui leur confèrent sens et utilisés à des fins incertaines : des actions familières mènent à des résultats inattendus, où la logique binaire des contraires est mise à mal. Les visiteurs sont souvent invités à s’engager attentivement avec l’œuvre. De cette rencontre naît une transformation mutuelle. En expérimentant directement l’étroitesse de la structure imposée, le visiteur peut actualiser la responsabilité qu’il exerce à son égard. Le corps en situation se révèle alors comme un champ des possibles où se manifestent les mécanismes acquis de la perception, et comme la source de leur possible désarticulation. Inséparable de l’intuition, des émotions et de l’intellect, elle abandonne son rôle d’instrument rationnel pour devenir une présence, créant un espace de resensibilisation et d’empathie. Le comportement opérationnel et la notion de fonctionnalité peuvent alors être resignifiés : l’univocité du sens et l’ordre acquis figurent parmi les constructions possibles de la réalité. Concret et spirituel, sacré et quotidien, efficacité et sensibilité, soi et non-soi sont à la fois distincts et identiques. C’est là que se révèle la structure au-delà de sa conception fixe et monolithique, ouverte dans sa résonance vitale, tendre, dynamique, polyvalente, versatile, mutante, poétique.

Till Langschied

Till Langschied ist ein bildender Künstler, Autor und GIF-Enthusiast. Seine künstlerische Praxis konzentriert sich auf den Zusammenbruch von Signifikatensystemen in einem von Technologie und Netzwerken geprägten Zeitalter.

In seiner interessiert er sich dafür, wie unsere meist digitalisierte Realität Spuren am menschlichen Körper und Bewusstsein hinterlässt. Wie kann unsere Psyche mit dem übersättigten Moment eines sich ständig erweiternden “now” umgehen? Irgendwo zwischen der attention economy und den self-care Apps geschieht etwas mit unserer Spezies, und Till versucht, dieses Gefühl der Entfremdung von der Realität nachzuzeichnen in unserer Zeit, in der alles hypervernetzt ist.

Neben bildnerischen Arbeit beschäftigt sich Till mit Text. Er gründete 2023 das queere Schreibkollektiv Q.U.I.C.H.E., das jüngst den Recherchebeitrag Basel-Stadt gewann.

Er wurde 2020 zur Lago Mio Residency in Lugano eingeladen und erhielt 2021 einen Residenzaufenthalt von Pro Helvetia Shanghai und von der Fundaziun Nairs. Im Jahr 2024 war er für eine Residency mit Radio28 in Mexiko-Stadt und wurde für 2025 mit dem Atelier Mondial Stipendium für die Cité internationale des Arts in Paris ausgezeichnet.

Elsbeth Gyger

In meiner künstlerischen Praxis setze ich mich mit der Ästhetik der reduzierten Form in den Farben Schwarz und Weiss auseinander. Die Formen dieser Bildsprache leiten sich oft von der Natur ab. In meinen neusten Arbeiten entstehen serielle, organische schwarze Flächen auf weissem Grund. Anschliessend wird das Papier gefaltet, wodurch klare Linien entstehen, die einen Kontrast zur weichen Grundform bilden. Durch die Faltung verwandelt sich das Papier in räumliche Flächen, in denen sich der Lichtwechsel in unterschiedlichen Abstufungen auf den schwarzen Flächen spiegelt.

Nora Vest

Nora Vest verfolgt seit vielen Jahren eine künstlerische Praxis, die sich jenseits klarer Gattungsgrenzen bewegt. Ihr Werk umfasst Skulpturen, Fotografien, Malereien, Textilarbeiten und Installationen – Ausdruck einer Haltung, die Offenheit und Wandel zum Prinzip erhebt. Jedes Medium wird zur Möglichkeit, Wahrnehmung in Bewegung zu bringen, Übergänge zu betonen, statt Grenzen zu ziehen. In ihren Fotografien sucht Vest nach einem Gleichgewicht zwischen Realität und Auflösung, zwischen dem, was sichtbar ist, und dem, was sich entzieht. Durch digitale Bearbeitung, Überlagerungen und Farbakzente entstehen vieldeutige Bilder, die an Schwellenmomenten operieren – dort, wo das Bekannte ins Ungewisse gleitet. Diese visuelle Ambivalenz spiegelt eine innere Haltung: Kunst als Raum des Dazwischen, als Erfahrung des Fliessens. Das Wasser ist für Nora Vest nicht nur Thema, sondern Denkfigur. In ihren ortsbezogenen Installationen – oft im oder auf dem Wasser – begegnet man dem Element als Spiegel, Oberfläche, Grenze und Durchlässigkeit zugleich. Wasser steht hier für Veränderung, für das stetige Werden und Vergehen, das auch das menschliche Leben bestimmt. In den Reflexionen des Lichts, im Schimmern der Bewegung und in der Stille des Flusses entfaltet sich eine leise poetische Kraft. Vests Arbeiten widersetzen sich einer eindeutigen Lesart. Sie verbinden ästhetisches Erleben mit einer sensiblen Aufmerksamkeit für Natur und Umwelt, ohne belehrend oder programmatisch zu wirken. Stattdessen öffnen sie Räume der Wahrnehmung, laden zur Langsamkeit, Achtsamkeit und Freude ein. In dieser Haltung liegt eine subtile Form von Widerstand – gegen Beschleunigung, Setzungen, gegen das Vergessen der Sinne. Nora Vest schafft Bilder und Räume, die uns das Sehen selbst zurückgeben: beweglich, durchlässig, lebendig.

Christian Schoch

Ich untersuche die Beziehung von Farbe zu Form und einer konventionalisierten oder individuellen Konnotation unter Einbezug grösstmöglicher Freiheit in der Ausgestaltung meiner Arbeit.  Dabei lässt sich deren Entwicklung in drei grössere Etappen gliedern. Den Ausbruch aus dem rechteckigen Bildformat, die Loslösung von der reinen Fläche hin zu Reliefs oder Objekten und schliesslich die Verwendung eines Vokabulars von Formen, welche aus der Bewegung beim Giessen entstehen. Dabei interessiert mich immer schon die Auslassung eines Hintergrunds. Da ich nicht figurativ arbeite, leite ich die Betrachter*Innen durch die Farbgebung und die räumliche Zusammenstellung der einzelnen Bildelemente in eine Situation, welche sie ermutigt, selbst eine Interpretation des Gesehenen zu bilden. Dabei ist mir die Essenz der Stimmung und der Atmosphäre wichtig, die eine Arbeit auslösen kann. Ich verwende daher immer stärker nicht eindeutig artikulierte Formen, welche mir die Möglichkeit geben, die Zuweisung des Erkennbaren in der Schwebe zu halten. Die Richtung der Entwicklung meiner Arbeit geht dabei in die „Schwerelosigkeit“ – als Zusammentreffen einzelner Bildelemente, die als Ganzes das assoziative Gedächtnis anregen. Die Ausgangslage für eine Arbeit formuliert sich dabei oft durch Gedankengänge, Wortbildungen oder Beschreibungen abstrakter Zusammenhänge – aber auch Bilder aus der Natur und dabei entstehende Konnotationen.  ich will also nicht eine nachvollziehbare Geschichte erzählen oder illustrieren, sondern eine Stimmung und einen Anreiz für Gedankengänge erzeugen – dabei bemerke ich eine Nähe meiner Arbeiten zu Psychogrammen, denn da keine bestimmte Richtung für eine assoziative Rezeption beabsichtigt ist, verstärkt sich der Ausdruck meiner eigenen Vorstellungen.