Vanessa Gageos ist eine interdisziplinäre Künstlerin, deren Werke zwischen Installation, Performance, Klang und Video oszillieren. Ihr Fokus liegt auf dem Inhalt, und ihr Credo lautet: Form und Format dienen als Medium für Ideen. Infolgedessen manifestiert sich ihre künstlerische Praxis als ein kontinuierliches Experiment, eine ständige Transformation. Häufig arbeitet sie mit technologischen Alltagsgegenständen, die von Entsorgungshöfen stammen, etwa gebrauchte Batterien oder Kabel, und formt daraus vielschichtige narrative und poetische Zusammenhänge. Ihren Master und Bachelor erwarb sie an der Hochschule der Künste Bern und studierte zudem an der Universität der Künste Berlin sowie an der Kunsthochschule Weissensee Berlin.
Pratiques : Performance
Nadine Bitterli
Nadine Bitterli arbeitet an der Schnittstelle von Kunst, Gestaltung und Handwerk. Ihre Praxis ist prozessorientiert und materialbezogen. Ausgangspunkt sind häufig einfache Handlungen wie Zeichnen, Ordnen, Wiederholen oder Spinnen. Aus diesen elementaren Gesten entwickeln sich Arbeiten, die sich mit Zeit, Rhythmus und Verdichtung auseinandersetzen. Geprägt durch ihren Hintergrund in visueller Gestaltung bringt sie ein ausgeprägtes Bewusstsein für Struktur, Komposition und Form in ihre künstlerische Arbeit ein. Diese formale Klarheit wird jedoch bewusst geöffnet: Kontrollierte Systeme treffen auf intuitive, körperliche Prozesse. Es entstehen Spannungsfelder zwischen Ordnung und Auflösung, zwischen Planung und Zufall. In den letzten Jahren hat sie verstärkt handwerkliche Techniken in ihre Praxis integriert. Das Arbeiten mit Fasern, Fäden und textilen Prozessen erweitert ihre Auseinandersetzung mit Linie und Struktur in den Raum. Der Faden wird zur dreidimensionalen Zeichnung, Material zur Spur von Zeit. Auch Papier, serielle Anordnungen und fragmentarische Formate sind wiederkehrende Elemente ihrer Arbeit. Zentral ist nicht das perfekte Resultat, sondern der sichtbare Prozess. Wiederholung erzeugt Rhythmus, kleine Verschiebungen erzeugen Bedeutung. Ihre Arbeiten bewegen sich zwischen Zeichnung, Objekt und installativen Setzungen und laden dazu ein, genau hinzusehen: auf Übergänge, Verdichtungen und leise Veränderungen. Ihre künstlerische Praxis versteht sich als forschend. Sie untersucht, wie Form entsteht – nicht als festgelegtes Ziel, sondern als Ergebnis von Aufmerksamkeit, Handlung und Dauer.
Iván Cáceres
The attempt to rationalize dreams and their spaces leads me to map them. This begins the moment they occur and continues when they are narrated or written down to solidify their memory, reassigning and triangulating. I let myself be carried away by machines that transport me and by projections of myself with dreamlike faces, comparing possible stops in a world that is just beginning to be built with its own cities, its own sounds, its own images, and its own dreams. I think that dreams serve to reorganize memories, a healthy hallucination for studying the brain. They are the particles that make up our experience, and how this activity shapes consciousness and therefore generates rhythmic bodily movements. We sleep due to information overload. The essence of dreams is incongruity and discontinuity. The brain is doing something else with information while we sleep….. Its basic geometry leads me into its psychology as an element of interconnection of space within a dream, creating a bricolage of organic sets reflected in video installations that concretize these dreams in materiality, capable of deconstructing the boundaries between real space and psychological spatiality, through synoptic charts of ancient languages and peoples, reaching the very depths of our dreams as an orientation to topophy, which aspire to take on human value.
Amador Antonio
Amador e Jr. Segurança Patrimonial Ltda. [Amador and Jr. Patrimonial Security Ltd.], performative proposals developed by Antonio Gonzaga Amador and Jandir Jr., carried out in art institutions by the artists themselves dressed in security uniforms. The central problems arise from the relation between institutions like these and the people who work in their safeguards on a daily basis.
Jr. Jandir
Amador e Jr. Segurança Patrimonial Ltda. [Amador and Jr. Patrimonial Security Ltd.], performative proposals developed by Antonio Gonzaga Amador and Jandir Jr., carried out in art institutions by the artists themselves dressed in security uniforms. The central problems arise from the relation between institutions like these and the people who work in their safeguards on a daily basis.
Sofia Durrieu
Laurence Felber
In my work, I pursue the straightforward as well as the glamorous, creating small stages for the humour and poetry that reside in certain situations and objects. Educated as a trapeze artist and graphic designer, I work equally backstage and onstage, searching for the performative moment within a book as well as the visual composition in a stage performance. Making the seemingly impossible visible as a possibility and thus creating a moment of surprise is, so to speak, the motor in my work. Happy to share a selection of projects in Circus, Graphic Design and Voice via the links above. Feel free to look through – if you wish to see, listen to or read more project details, get in touch.
Marti Hansjörg
Konzept Portes Ouvertes 2026: Hee Alter…. mach doch mal auf Nachlassverwalter… Hansjörg Marti, ein aus diversen Gründen in Vergessenheit geratener Künstler im jüngerem Rentneralter zeigt in einer «Salonhängung» Zeichnungen, Objekte, Dokumentationen und Ideenordner aus mehr als 40 Jahren Kunstarbeit. Hee Alter ist ein Versuch, seine alten und neuen Werke irgendwie «nachlassverwalterisch» in den Griff zu bekommen oder mindestens zu ordnen und auszumisten. Die gezeigten und nicht gezeigten (sprich: eingelagerten Arbeiten) werden wahrscheinlich nach seinem Ableben definitiv der Entsorgung zugeführt. Hee Alter thematisiert das Schicksal unbeachteter KünstlerInnen-Nachlässe und deren Endlösung «Veraschung in Kehrrichtverbrennungsanlagen» und appelliert erwartungslos an das Wohlwollen amtlicher und selbstberufener Nachlassverwalter.
Timo Paris
Meine künstlerische Praxis begreife ich als eine prozesshafte Untersuchung des Körpers in Bewegung und seiner Übersetzung in visuelle, räumliche und mediale Formen. Der Körper fungiert dabei zugleich als Erfahrungsraum und als Bildträger: als Subjekt, das wahrnimmt, handelt und erinnert, und als Objekt, das geformt, fragmentiert und repräsentiert wird. Aus dieser Spannung heraus entstehen Arbeiten, die Bewegung nicht primär als Ausdruck, sondern als Methode der Erkenntnis verstehen.
Im Zentrum meines Interesses steht die Frage, wie körperliches Wissen entsteht, wie es sich in Bilder, Linien, Volumen oder zeitliche Strukturen einschreibt und wie diese Übersetzungen unsere Wahrnehmung von Identität, Präsenz und Raum beeinflussen. Tanz, insbesondere Breaking, bildet dabei keinen abgeschlossenen Bereich, sondern einen Ausgangspunkt für eine medienübergreifende Praxis, in der Bewegung in Zeichnung, Skulptur, Film, Installation und Performance überführt wird. Diese Medien werden nicht als voneinander getrennte Disziplinen behandelt, sondern als unterschiedliche Aggregatzustände derselben körperlichen Erfahrung.
Ein wiederkehrendes Thema meiner Arbeit ist die zunehmende Verschiebung von unmittelbarer, sensorischer Erfahrung hin zu medial vermittelten Bildern des Körpers. In einer von technologischen Apparaten, architektonischen Ordnungen und digitalen Repräsentationen geprägten Gegenwart wird der Körper immer häufiger über sein Bild definiert. Mich interessiert, wie diese Bedingungen Wahrnehmung formen, welche Formen der Konditionierung sie hervorbringen und wo Reibungen, Brüche oder Widerstände entstehen können. Die Arbeiten untersuchen diese Spannungsfelder, indem sie den Körper in Situationen versetzen, in denen er sich an räumliche Strukturen anlehnt, gegen sie arbeitet oder von ihnen geformt wird.
Auch wenn visuelle Medien eine zentrale Rolle spielen, richtet sich meine Aufmerksamkeit bewusst auf nicht-visuelle Dimensionen von Wahrnehmung: auf Gewicht, Druck, Reibung, Gleichgewicht, Atem, Zeitdehnung und innere Zustände. Bewegung wird dabei zu einem Instrument, um diese Qualitäten erfahrbar zu machen und ihnen eine Form zu geben, ohne sie vollständig zu fixieren. Die entstehenden Arbeiten sind weniger als abgeschlossene Aussagen zu verstehen, sondern als Momentaufnahmen eines fortlaufenden Dialogs zwischen Körper, Raum und Vorstellung.
In diesem Sinne verstehe ich meine Praxis als eine Suche nach Formen, die körperliche Erfahrung nicht ersetzen, sondern verdichten und transformieren. Sie zielt darauf ab, Wahrnehmung nicht zu erklären, sondern sie zu verschieben – hin zu einer Aufmerksamkeit für das, was sich im Übergang zwischen Bewegung und Bild, zwischen Präsenz und Repräsentation, zwischen Körper und Umwelt ereignet.
Pascale Grau
Mit den Handlungen an und mit meinem Körper, dem Einsatz meiner Stimme, aber auch der Inszenierung von Bildern und Stimmungen möchte ich Emotionen wachrufen. Gerade in den Live-Performances versuche ich meine körperliche Präsenz im Raum so stark werden zu lassen, dass sich ihr niemand entziehen kann, dass eine Übertragung auf das Publikum stattfindet. Wenn ich vor oder für eine Kamera agiere, kommen andere Parameter ins Spiel als bei einer Live-Situation: Die Aktion ist zur Kamera gerichtet, der Bildausschnitt ist suggestiv, nah und intim. Diese im Video gleichsam konservierten Performances re-inzeniere ich im Rahmen meiner Installationen in einer Art Aufführung vor dem Publikum. Die Maschinen (Video- oder Diaprojektoren etc.) und andere inszenatorische Elemente wie Objekte, Licht und Ton interagieren miteinander und erzeugen ebenfalls eine bestimmte Atmosphäre. Ein Themenkomplex durchläuft dabei manchmal mehrere Prozesse medialer Übersetzung. Durch diese Über-Setzung und Weiterschreibung soll ein Mehrwert im Sinne einer inhaltlichen und sensorischen Verschiebung erzeugt werden. Performance und Performativität als Praktiken des Erinnerns und der Gedächtnisbildung, kollektive Bilder von Weiblichkeit und leiblicher Verfasstheit, von Identität und gesellschaftlichen Topoi bilden die inhaltlichen Schwerpunkte. In ihren jüngsten Arbeiten richtet sie den Fokus verstärkt auf das Auditive, der Schichtung und Überlagerung von live Gesprochenem …In Verbindung mit der konsequenten Befragung dokumentarischer Codes und ihrer medialen Parameter entwickelt Grau Arbeiten,die auf eine zeitgemässe Auseinandersetzung mit der Gattung Performance, deren Traditionen und Theorien sowie gesellschaftliche Ausdrucks- und Verhaltensweisen Bezug nehmen. Irene Müller, SIKART
