Katherine Newton (*1987) ist eine trinational tätige Künstlerin mit Sitz in Basel. Ihre multidisziplinäre Praxis umfasst Klang, Performance, Video, Animation, Installation und konzeptuelle Arbeiten. Mit einem besonderen Fokus auf Raum und Psychologie schafft sie immersive Umgebungen, die skulpturale, performative und interaktive Elemente miteinander verschmelzen. Geprägt von ihrer Kindheit im sozialen Wohnungsbau, umgeben von zahlreichen Musiker*innen, untersucht Newton die Bedingungen musikalischer Aufführung in Galerien, Museen, auf Festivals und im öffentlichen Raum. Ihre Arbeiten befassen sich mit Identitätsstrukturen, Verletzlichkeit, Scham, Gender, Rhythmus, Humor und einer bewusst rohen Direktheit. Dabei treibt sie Ideen bis an ihren emotionalen Kern und eröffnet Beziehungsdynamiken durch die Linse des Klangs. Der Ausstellungsraum wird so zu einem lebendigen, performativen Gefüge, das Begegnung und Resonanz ermöglicht. In ihren Skulpturen greift Newton häufig Bezüge sowohl zur zeitgenössischen Kunst als auch zu Live-Performance-Formaten auf. Dekonstruierte Verstärker, Musikeffekte und technische Fragmente werden mit dem Körper verwoben oder erscheinen als Erweiterungen desselben. Diese Arbeiten hinterfragen tradierte Formen des Hörens und Sehens und verschieben gewohnte Rezeptionsweisen. Klang wird nicht nur als akustisches Ereignis verstanden, sondern als räumliche, körperliche und soziale Erfahrung. Newton versteht ihre Praxis als Einladung zur Verbindung, zugleich aber auch als Herausforderung. Indem sie Intimität, Unmittelbarkeit und Ambivalenz zulässt, schafft sie Situationen, in denen Publikum und Werk in einen direkten Austausch treten. Ihre Installationen funktionieren oft als Bühnen oder Versuchsanordnungen, in denen sich soziale Dynamiken entfalten und neu verhandeln lassen. Neben ihrer künstlerischen Arbeit verfügt Newton über langjährige Erfahrung in der Kuratierung zeitgenössischer Ausstellungen und interdisziplinärer Performanceprojekte. Ihre kuratorische Praxis erstreckt sich über unterschiedliche Kontexte und Kooperationen, darunter kollektive Initiativen sowie Institutionen wie fabrikculture, Gallerie 21 in Hamburg und Gare du Nord in Basel. In diesen Zusammenhängen entwickelt sie experimentelle Formate, die Disziplinen verbinden und Räume der Begegnung zwischen Künstler*innen, Publikum und Umgebung eröffnen.
