„Zwischen Fotografie und Malerei arbeite ich nicht auf eine eindeutige Zuordnung hin, sondern auf eine bewusste Verschiebung. Mich interessieren jene Zwischenräume, in denen ein Bild seine klare Identität verliert und beginnt, zwischen den Medien zu oszillieren. Fotografie wird dabei nicht als Dokument verstanden, sondern als Material – formbar, offen, transformierbar. Im Erkunden fotografischer Möglichkeiten suche ich nach dem Malerischen im Fotografischen. Bekanntes, Vorgefundenes oder scheinbar Festgelegtes löse ich auf, zerlege es in Licht, Fläche und Struktur und überführe es in einen neuen Zustand. Der fotografische Ursprung bleibt spürbar, doch er entzieht sich der Eindeutigkeit. Ich möchte nicht informieren, sondern involvieren. Meine Arbeiten verstehen sich als Einladung zur Wahrnehmung – als visuelle Räume, in denen Sehen zu einer inneren Bewegung wird. In diesem Prozess entsteht Bedeutung nicht durch Abbildung, sondern durch Erfahrung.“
Nadine Bitterli arbeitet an der Schnittstelle von Kunst, Gestaltung und Handwerk. Ihre Praxis ist prozessorientiert und materialbezogen. Ausgangspunkt sind häufig einfache Handlungen wie Zeichnen, Ordnen, Wiederholen oder Spinnen. Aus diesen elementaren Gesten entwickeln sich Arbeiten, die sich mit Zeit, Rhythmus und Verdichtung auseinandersetzen. Geprägt durch ihren Hintergrund in visueller Gestaltung bringt sie ein ausgeprägtes Bewusstsein für Struktur, Komposition und Form in ihre künstlerische Arbeit ein. Diese formale Klarheit wird jedoch bewusst geöffnet: Kontrollierte Systeme treffen auf intuitive, körperliche Prozesse. Es entstehen Spannungsfelder zwischen Ordnung und Auflösung, zwischen Planung und Zufall. In den letzten Jahren hat sie verstärkt handwerkliche Techniken in ihre Praxis integriert. Das Arbeiten mit Fasern, Fäden und textilen Prozessen erweitert ihre Auseinandersetzung mit Linie und Struktur in den Raum. Der Faden wird zur dreidimensionalen Zeichnung, Material zur Spur von Zeit. Auch Papier, serielle Anordnungen und fragmentarische Formate sind wiederkehrende Elemente ihrer Arbeit. Zentral ist nicht das perfekte Resultat, sondern der sichtbare Prozess. Wiederholung erzeugt Rhythmus, kleine Verschiebungen erzeugen Bedeutung. Ihre Arbeiten bewegen sich zwischen Zeichnung, Objekt und installativen Setzungen und laden dazu ein, genau hinzusehen: auf Übergänge, Verdichtungen und leise Veränderungen. Ihre künstlerische Praxis versteht sich als forschend. Sie untersucht, wie Form entsteht – nicht als festgelegtes Ziel, sondern als Ergebnis von Aufmerksamkeit, Handlung und Dauer.
Daniela Beck ist bildende Künstlerin. Sie lebt und arbeitet in Basel. Ihre Bildsuche geht oft über die Bewegung und den gelenkten Zufall. Materialexperimente bewegen sich zwischen Zeichnung und Malerei. Mit ihren Assemblagen aus Textilem erörtert sie innere und äussere Räume. Der Körper bildet den Ausgangspunkt.
Seit mehr als dreissig Jahren bin ich vom Leben und Sterben der Pflanzen fasziniert.
Die Pflanze als Sinnbild des Lebens. Werden-Sein-Vergehen sind in ihr direkt und
unmissverständlich in kurzen Zeiträumen ablesbar.
Dabei geht es mir darum, mich dem Geheimnisvollen, dem Wesenhaften
der Pflanze ganzheitlich anzunähern.
Dazu sind mir Aquarell, Zeichnung, Photo als Medien sehr vertraut und wichtig,
um auf immer wieder neue Art mich überraschen zu lassen und weiter zu forschen.
In seiner künstlerischen Praxis bedient sich David Bregenzer verschiedener Medien, Techniken und Formaten, oftmals an der Schnittstelle zwischen bildender Kunst und Musik.
2018 riefen David Bregenzer, Samuel Rauber und Jonas Weber «Boyband CHIC» ins Leben – ein Kunstkollektiv, welches sich inhaltlich unter anderem mit den Mechanismen der Populärkultur und Popmusik auseinandersetzte und diese im Rahmen von Video-Performances hinterfragte. 2023 entwickelten David Bregenzer und Samuel Rauber die «Boyband CHIC» zum Kunstkollektiv
«Nostal Chic» weiter.
2024 erarbeitete Nostal Chic die multimediale Werkgruppe «Swiss Flex», die im September 2024 im Kunstraum «KOMMET» in Lyon (FR) als Einzelausstellung erstmals präsentiert wurde. Für dieses Ausstellungsprojekt wurde die videobasierte Arbeitsweise des Vorgänger-Kollektivs «Boyband CHIC» unter anderem mit freistehenden Plastiken und Reliefs erweitert. Losgelöst von
der Zweidimensionalität des Bildschirms wirft Nostal Chic einen humorvollen Blick auf den gestalterischen Umgang mit unserer simulierten Umwelt und auf unsere Suche nach Geborgenheit.
Seit 2012 experimentiert er mit Formen der Audiovisuellen Performance und hat zahlreiche Performances vor Publikum aufgeführt. Daneben beschäftigt er sich auch mit Malerei und Keramik.
What and how can connectedness and affection for the natural world make a difference? Ruth Buck seeks out new branching paths on cutting-edge topics. The body (embodiment) is an elementary part of artistic processes and field research. With a variety of actions, gestures and approaches, she creates immersive art experiences from different perspectives, media and materials. This allows the audience to discover empathy for diverse topics. It is essential to create situations that can open up sensitivity.
Anna Maria Balint (*1992 in Basel) schloss 2020 den Master of Fine Arts am Sandberg Instituut in Amsterdam ab und erhielt anschliessend ein Förderatelier im Atelierhaus Klingental in Basel. Von 2016 bis 2018 wurde sie durch ein Atelierstipendium der GGG Stiftung unterstützt. Ihren Bachelor in Fine Arts erwarb sie 2016 an der HGK Basel. In ihrer künstlerischen Praxis entwickelt sie Skulpturen und zeichnerische Arbeiten, die aus der Beobachtung und Abstraktion von Alltagsobjekten hervorgehen. Ausgangspunkt sind funktionale Dinge wie Bürostühle, Autositze, Liegestühle, Sessel oder Paravents, deren Objekthaftigkeit sie untersucht. Durch formale Reduktion, Materialübersetzungen und räumliche Neuanordnungen überführt sie diese Objekte in neue Wahrnehmungs- und Bedeutungsebenen. Dabei entsteht ein eigenes Formenvokabular, das sich in seriellen Werkgruppen kontinuierlich weiterentwickelt. Ihre Arbeiten reichen von grossformatigen Raumskulpturen bis hin zu Aquarellen oder kleineren Objektformen, die sich zwischen Zwei- und Dreidimensionalität bewegen. Das Material spielt eine zentrale Rolle und verändert sich in den Werkserien: textile Elemente, konstruktive Trägerstrukturen sowie Technologien wie 3D-Druck oder Lasercut prägten die jüngsten Arbeiten. In den letzten Jahren hat sich ihr Fokus zunehmend von architektonischen Aussenräumen zu Interieurs und alltäglichen Gebrauchsobjekten verschoben. Sie zeigte ihre Arbeiten unter anderem im Kunstraum Riehen, Merdinger Kunstforum, in der Kunsthalle Basel, im Ausstellungsraum Klingental, Kunsthaus Baselland und Het HEM Amsterdam.