Kommen Sie bitte vorbei
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Meine Bilder krachen zwischen Stuhl und Bank zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit. Das birgt eine gewisse gewisses Risiko. Mein momentanes Interesse an den Ikonen der Jetztzeit tut dies ebenso.
Ich untersuche die Beziehung von Farbe zu Form und einer konventionalisierten oder individuellen Konnotation unter Einbezug grösstmöglicher Freiheit in der Ausgestaltung meiner Arbeit. Dabei lässt sich deren Entwicklung in drei grössere Etappen gliedern. Den Ausbruch aus dem rechteckigen Bildformat, die Loslösung von der reinen Fläche hin zu Reliefs oder Objekten und schliesslich die Verwendung eines Vokabulars von Formen, welche aus der Bewegung beim Giessen entstehen. Dabei interessiert mich immer schon die Auslassung eines Hintergrunds. Da ich nicht figurativ arbeite, leite ich die Betrachter*Innen durch die Farbgebung und die räumliche Zusammenstellung der einzelnen Bildelemente in eine Situation, welche sie ermutigt, selbst eine Interpretation des Gesehenen zu bilden. Dabei ist mir die Essenz der Stimmung und der Atmosphäre wichtig, die eine Arbeit auslösen kann. Ich verwende daher immer stärker nicht eindeutig artikulierte Formen, welche mir die Möglichkeit geben, die Zuweisung des Erkennbaren in der Schwebe zu halten. Die Richtung der Entwicklung meiner Arbeit geht dabei in die „Schwerelosigkeit“ – als Zusammentreffen einzelner Bildelemente, die als Ganzes das assoziative Gedächtnis anregen. Die Ausgangslage für eine Arbeit formuliert sich dabei oft durch Gedankengänge, Wortbildungen oder Beschreibungen abstrakter Zusammenhänge – aber auch Bilder aus der Natur und dabei entstehende Konnotationen. ich will also nicht eine nachvollziehbare Geschichte erzählen oder illustrieren, sondern eine Stimmung und einen Anreiz für Gedankengänge erzeugen – dabei bemerke ich eine Nähe meiner Arbeiten zu Psychogrammen, denn da keine bestimmte Richtung für eine assoziative Rezeption beabsichtigt ist, verstärkt sich der Ausdruck meiner eigenen Vorstellungen.
Landschaften und Interieurs. Räume ,die sich aufzulösen scheinen. und das Licht die Grenzen verwischt. Teils sind die Motive mehr zu erahnen als tatsächlich zu erkennen. Leerstellen die durch unsere Erinnerungen aufgefüllt werden können.
Joël Jan Gasser bewegt sich zwischen Kunst und Szenografie. Er versteht Räume als erzählerische Kompositionen, in denen Atmosphäre, Emotion und Wahrnehmung zusammenfinden. Dieses räumliche Denken prägt auch seine künstlerische Arbeit. Geschichten werden zu Bildern, Bilder werden zu Räumen. Beides inspiriert sich gegenseitig und schafft eine eigene visuelle Sprache. In seiner Arbeit verdichtet Gasser Eindrücke des Alltags zu neuen Bildwelten. Auf Papier und Leinwand entstehen vielschichtige Kompositionen mit Acryl, Tinte, Ölwachskreide, Farbstift und Filzstift. Seine Werke erkunden das Verhältnis zwischen Mensch und Umwelt, zwischen Wahrnehmung und Wirklichkeit, zwischen Innen und Aussen. Sie laden ein, sich in ihnen zu verlieren und neue Perspektiven zu entdecken.
Anina Grögers Bilder sind nicht Ergebnis eines vorgefassten Konzepts, sondern entstehen als work in progress. Weder die Farbe noch die daraus entstehenden Formationen sind im voraus festgelegt. Das Bild entwickelt sich in einem konzentrierten, langsamen Schaffensprozess, der bis zum Schluss offen für Veränderungen bleibt.
Die vermeintlich lockere, leichte und spontane Art des Farbauftrags ist tatsächlich einem Akt höchster Konzentration und intensiven Körpereinsatzes entsprungen. Sie vertreibt die Farben, ein Öl/ eitempera-Gemisch, ausschließlich mit der Hand, ein höchst unkonventioneller und zugleich sehr ursprünglicher Akt des Malens. Das heißt, sie bedient sich keiner Hilfsmittel, sondern malt im wahrsten Sinne „mit dem Körper“.
Aleksandra Cegielska (b. 1985) is a Polish multidisciplinary artist based in Basel, Switzerland. Her practice spans painting, sculpture, textiles, performance, and public art, grounded in feminist theory, personal narrative, and bold social commentary. Working at the intersection of fashion, advertising aesthetics, and activism, Cegielska’s work interrogates systems of power, gender norms, and the commodification of identity – often with a fierce visual language steeped in irony, sarcasm, and unapologetic color.
Cegielska’s art is deeply autobiographical yet universally resonant. She often places herself within the frame -literally and metaphorically – exploring themes of body autonomy, media manipulation, femininity, migration, and memory. Influenced by artists such as Andy Warhol, Barbara Kruger, Jenny Holzer, and Cindy Sherman, she employs the visual codes of advertising – posters, slogans, banners, and social media – to subvert the language of persuasion. Text is central to her practice; she uses it to disturb, question, and invite dialogue. The vulva, a recurring motif in her work, is used symbolically to explore broader socio-political constructs including domestic abuse, reproductive rights, and the policing of bodies. Her visual vocabulary is striking: bold colors, graphic shapes, and tactile materials create works that seduce before they confront.
Kunstbulletin 4/2018 (Auszug) Isabel Zürcher Im Eigensinn der Materie Wenn Maria Magdalena Z’Graggen über Farbe spricht, geht’s nicht zuerst um Nuancen und nicht um Töne: Sie geht mit eigentlichen Charakteren um. Mattes und Glänzendes, das Hitzige, Anschmiegsame wie das Widerspenstige ihrer jeweiligen Natur bietet sie zum Zusammenspiel auf – genau das ist die Kunst ihrer Malerei. Auf dass auch nach Abschluss einer kaum korrigierbaren, umso konzentrierteren Bewegung die Vitalität einer Leinwand oder Holztafel nicht in ängstliche Starre übergeht. Wie unbekannte Gestirne schweben Kreisformationen auf monochromem Grund. Manche scheinen nach einer ungestümen Zentrifugalbewegung zum Stillstand gekommen. Dabei spannt sich ein Überschuss an Farbe zur homogenen Folie spannt oder bleibt wie ein gestrandeter Fisch schillernd liegen. Die neckische Kulinarik, die das Drehmoment um die Mitte organisiert wie um eine glasierte Kirsche, erinnert an ein früheres Kapitel in Z’Graggens malerischem Werdegang: In ihren «Friandises» (1998/99), kleinen Objekten in Öl auf Holz, hatte sie Malerei wie Amuses-Bouches als Augenschmaus offeriert. In unterschiedlichem Aggregatzustand variiert auf anderen Werken der senkrechte Fall schmaler Farbbänder: Kontraste, Rhythmen, Verschmelzung oder Abstossung. So sehr auch diese Malerei in ihrer vertikalen Organisation die Erinnerung an die Grossen, Abstrakten der amerikanischen Nachkriegszeit in sich birgt – abstrakt ist sie nicht. Und so sehr sie Assoziationen an Himmelskörper, Zielscheiben, vielleicht Arenen aufruft – das im engeren Sinn Figurative bleibt ihr fern. Malerei ist das unmittelbare, nahsichtige, immer wieder einmalige Auftreffen von Farbe auf Holz, Leinwand, auch auf Papier. Und es ist eine Technik, mit der Maria Magdalena Z’Graggen Phänomene der Welt auf ein sinnliches Konzentrat verdichtet. Im langjährigen Hin und Her zwischen Öl und Aquarell, zwischen Modellieren, Zusammenfassen und Verflüssigen insistiert ihr Schaffen auf einem schöpferischen Urzustand: Das Werden triumphiert über das Sein, und das Überraschende von Harmonie oder Dissonanz lehnt sich fröhlich gegen jede rigide Begrifflichkeit auf.
Was mir fehlt, zeichne ich.
My Artistic Endeavors: “Realms of a Moment” is a title I once used for a body of work. Actually, it is a good description for all my drawings, paintings and prints. Life feels like an unfolding, a process and for me doing my art work does as well. It’s a dance of reactions and doing. For example, while doing my figure drawings, each drawing is a journey. I have no idea how each moment will unfold, where my attention will be drawn. I just want each moment to be fresh and my marks and paper surface to breathe together. My art making is, indeed, a quiet adventure and a pleasure.