Christine Dürr
Hafenateliers Birsfelden 248
Text über das Werk
Was ich tue, nenne ich bilderbilden.
Zum grössten Teil besteht mein Werk aus Arbeiten auf Papier.
Die Papiere haben selten mehr als ein-, oder zwei m2 Fläche.
Meine Farben sind selbst hergestellt, so habe ich
sie im Griff, aber umso mehr Freiheiten kann ich der Farbe
auf dem Papier geben.
Es ist nicht zu wissen, wie ein Bild dann aussehen wird.
Das erfahre ich dann während der Arbeit.
Und Linien sind eine brauchbare Art zu denken,
ich verwende sie gerne.
Ich stelle mir Regeln auf und ich bleibe restriktiv
mit meiner Imagination und Vorwegnahme.
Was daraus wird, ist ‚VORgegenständlich‘.
Ich gelange an den Ort, wo das Entstehen zwischen mir
und auch im Bild geschieht. Das kann man sehen,
und vermutlich können das auch andere erkennen,
das zu zeigen, ist sehr interessant.
Seit mehr als dreissig Jahren bin ich vom Leben und Sterben der Pflanzen fasziniert.
Die Pflanze als Sinnbild des Lebens. Werden-Sein-Vergehen sind in ihr direkt und
unmissverständlich in kurzen Zeiträumen ablesbar.
Dabei geht es mir darum, mich dem Geheimnisvollen, dem Wesenhaften
der Pflanze ganzheitlich anzunähern.
Dazu sind mir Aquarell, Zeichnung, Photo als Medien sehr vertraut und wichtig,
um auf immer wieder neue Art mich überraschen zu lassen und weiter zu forschen.
Künstler der Kunsthochschule Basel
Nora Vest verfolgt seit vielen Jahren eine künstlerische Praxis, die sich jenseits klarer Gattungsgrenzen bewegt. Ihr Werk umfasst Skulpturen, Fotografien, Malereien, Textilarbeiten und Installationen – Ausdruck einer Haltung, die Offenheit und Wandel zum Prinzip erhebt. Jedes Medium wird zur Möglichkeit, Wahrnehmung in Bewegung zu bringen, Übergänge zu betonen, statt Grenzen zu ziehen. In ihren Fotografien sucht Vest nach einem Gleichgewicht zwischen Realität und Auflösung, zwischen dem, was sichtbar ist, und dem, was sich entzieht. Durch digitale Bearbeitung, Überlagerungen und Farbakzente entstehen vieldeutige Bilder, die an Schwellenmomenten operieren – dort, wo das Bekannte ins Ungewisse gleitet. Diese visuelle Ambivalenz spiegelt eine innere Haltung: Kunst als Raum des Dazwischen, als Erfahrung des Fliessens. Das Wasser ist für Nora Vest nicht nur Thema, sondern Denkfigur. In ihren ortsbezogenen Installationen – oft im oder auf dem Wasser – begegnet man dem Element als Spiegel, Oberfläche, Grenze und Durchlässigkeit zugleich. Wasser steht hier für Veränderung, für das stetige Werden und Vergehen, das auch das menschliche Leben bestimmt. In den Reflexionen des Lichts, im Schimmern der Bewegung und in der Stille des Flusses entfaltet sich eine leise poetische Kraft. Vests Arbeiten widersetzen sich einer eindeutigen Lesart. Sie verbinden ästhetisches Erleben mit einer sensiblen Aufmerksamkeit für Natur und Umwelt, ohne belehrend oder programmatisch zu wirken. Stattdessen öffnen sie Räume der Wahrnehmung, laden zur Langsamkeit, Achtsamkeit und Freude ein. In dieser Haltung liegt eine subtile Form von Widerstand – gegen Beschleunigung, Setzungen, gegen das Vergessen der Sinne. Nora Vest schafft Bilder und Räume, die uns das Sehen selbst zurückgeben: beweglich, durchlässig, lebendig.
Meine Bilder krachen zwischen Stuhl und Bank zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit. Das birgt eine gewisse gewisses Risiko. Mein momentanes Interesse an den Ikonen der Jetztzeit tut dies ebenso.
Ich untersuche die Beziehung von Farbe zu Form und einer konventionalisierten oder individuellen Konnotation unter Einbezug grösstmöglicher Freiheit in der Ausgestaltung meiner Arbeit. Dabei lässt sich deren Entwicklung in drei grössere Etappen gliedern. Den Ausbruch aus dem rechteckigen Bildformat, die Loslösung von der reinen Fläche hin zu Reliefs oder Objekten und schliesslich die Verwendung eines Vokabulars von Formen, welche aus der Bewegung beim Giessen entstehen. Dabei interessiert mich immer schon die Auslassung eines Hintergrunds. Da ich nicht figurativ arbeite, leite ich die Betrachter*Innen durch die Farbgebung und die räumliche Zusammenstellung der einzelnen Bildelemente in eine Situation, welche sie ermutigt, selbst eine Interpretation des Gesehenen zu bilden. Dabei ist mir die Essenz der Stimmung und der Atmosphäre wichtig, die eine Arbeit auslösen kann. Ich verwende daher immer stärker nicht eindeutig artikulierte Formen, welche mir die Möglichkeit geben, die Zuweisung des Erkennbaren in der Schwebe zu halten. Die Richtung der Entwicklung meiner Arbeit geht dabei in die „Schwerelosigkeit“ – als Zusammentreffen einzelner Bildelemente, die als Ganzes das assoziative Gedächtnis anregen. Die Ausgangslage für eine Arbeit formuliert sich dabei oft durch Gedankengänge, Wortbildungen oder Beschreibungen abstrakter Zusammenhänge – aber auch Bilder aus der Natur und dabei entstehende Konnotationen. ich will also nicht eine nachvollziehbare Geschichte erzählen oder illustrieren, sondern eine Stimmung und einen Anreiz für Gedankengänge erzeugen – dabei bemerke ich eine Nähe meiner Arbeiten zu Psychogrammen, denn da keine bestimmte Richtung für eine assoziative Rezeption beabsichtigt ist, verstärkt sich der Ausdruck meiner eigenen Vorstellungen.
Landschaften und Interieurs. Räume ,die sich aufzulösen scheinen. und das Licht die Grenzen verwischt. Teils sind die Motive mehr zu erahnen als tatsächlich zu erkennen. Leerstellen die durch unsere Erinnerungen aufgefüllt werden können.
Konzept Portes Ouvertes 2026: Hee Alter…. mach doch mal auf Nachlassverwalter… Hansjörg Marti, ein aus diversen Gründen in Vergessenheit geratener Künstler im jüngerem Rentneralter zeigt in einer «Salonhängung» Zeichnungen, Objekte, Dokumentationen und Ideenordner aus mehr als 40 Jahren Kunstarbeit. Hee Alter ist ein Versuch, seine alten und neuen Werke irgendwie «nachlassverwalterisch» in den Griff zu bekommen oder mindestens zu ordnen und auszumisten. Die gezeigten und nicht gezeigten (sprich: eingelagerten Arbeiten) werden wahrscheinlich nach seinem Ableben definitiv der Entsorgung zugeführt. Hee Alter thematisiert das Schicksal unbeachteter KünstlerInnen-Nachlässe und deren Endlösung «Veraschung in Kehrrichtverbrennungsanlagen» und appelliert erwartungslos an das Wohlwollen amtlicher und selbstberufener Nachlassverwalter.