marsie

In unserer  Praxis fungiert Degrowth als politische und künstlerische Haltung gegen die Regime der Produktivität, Effizienz und des kontinuierlichen Wachstums, die das heutige Leben prägen. Es widersetzt sich der Forderung, Leistung zu erbringen, zu produzieren und sichtbar zu bleiben, und hinterfragt die Beschleunigungslogik des Spätkapitalismus, der Unterhaltungswirtschaft und der Konsumkultur. Wir arbeiten mit Reduktion, Langsamkeit und bewusster Nicht-Produktion als Formen des Widerstands. Das Schaffen von Situationen der Pause, der Aussetzung oder minimaler Handlung eröffnet Räume, in denen Zeit zurückgewonnen, geteilt und gemeinsam außerhalb der vorherrschenden Ökonomien der Aufmerksamkeit und Leistung erlebt werden kann. Unsere Kunst schleicht sich in den Alltag hinein, verdeckt, verspielt oder transformiert Gesellschaftsstrukturen. Wir hissen Fahnen, verteilen Stickers, hängen Flugblätter auf, Performen die Performance, machen Radio, Interviews im Bus, Kunst für alle, Gründen ein Hotel im Untergrund, stellen Pässe aus, sammeln Zutaten für einen Kuchen, unternehmen Nachtspaziergänge und tun Nichts.  „Nichts tun” ist kein Rückzug, sondern eine kritische und demokratische Praxis. Es unterbricht normative Erwartungen an Nützlichkeit und legt die ideologischen Strukturen hinter Produktivität und Leistung offen. Es ist der Prozess und die Menschen und Dinge, den Austausch und Beziehungen die in diesem stattfinden, welche schlussendlich das Kunstwerk ausmachen.

Daniel Brefin

Daniel Brefin erforscht Umwege, Hindernisse und Klänge. Travail avec vidéo, texte, audio, photographie. Spaziergänge et Dokumentarfilme.

Christian Flierl

Un Zeichen der Zeit est si immergé et un Medium, un des plus puissants auf den Grund zu gehen. Fotografie verlangsamt den Strom von Eindrücken zu Gunsten eines ausgewählten Orts and Augenblicks. Ob in eigener Regie oder im Auftrag: Christian Flierls Blick isoliert das Alltägliche im Licht von Architekturgeschichte oder under dem Blickwinkel sozialer Räume. Seine Bilderserien erzählen Siedlungspolitik ou stellen die offene Frage nach Licht, Raum and nach den den Rändern von Landschaft. Est-ce que maintenant, la nature, ou des choses avec du soleil et du feu pendant des minutes avec des lampes de poche au-dessus des schälen Dunkeln ? Mit fast wissenschaftlichem Forschungsdrang erkundet der Fotograf die Brachen notre Aufmerksamkeit. Il est en contact avec Gleichmut das Kuriose in der Nachbarschaft, kadriert Spuren des Zufalls, schenkt dem Lichtbild Empathie et sein Vertrauen. (Isabelle Zürcher)

Erin Mallon

Erin Mallon’s work investigates the odd, intimate relationships between reality and fiction. In her literary writing she explores the narrating and reading instances’ proximity to the telling. In her spatial and aural works, tactile and performative dimensions reshape the receptive experience of a text. An interest in the cultural and personal narratives we use to make sense of things within our lives underlies her work. By engaging with these stories, she formulates questions about the role of the everyday in artistic production – and vice versa.

Timo Paris

Meine künstlerische Praxis begreife ich als eine prozesshafte Untersuchung des Körpers in Bewegung und seiner Übersetzung in visuelle, räumliche und mediale Formen. Der Körper fungiert dabei zugleich als Erfahrungsraum und als Bildträger: als Subjekt, das wahrnimmt, handelt und erinnert, und als Objekt, das geformt, fragmentiert und repräsentiert wird. Aus dieser Spannung heraus entstehen Arbeiten, die Bewegung nicht primär als Ausdruck, sondern als Methode der Erkenntnis verstehen.

Im Zentrum meines Interesses steht die Frage, wie körperliches Wissen entsteht, wie es sich in Bilder, Linien, Volumen oder zeitliche Strukturen einschreibt und wie diese Übersetzungen unsere Wahrnehmung von Identität, Präsenz und Raum beeinflussen. Tanz, insbesondere Breaking, bildet dabei keinen abgeschlossenen Bereich, sondern einen Ausgangspunkt für eine medienübergreifende Praxis, in der Bewegung in Zeichnung, Skulptur, Film, Installation und Performance überführt wird. Diese Medien werden nicht als voneinander getrennte Disziplinen behandelt, sondern als unterschiedliche Aggregatzustände derselben körperlichen Erfahrung.

Ein wiederkehrendes Thema meiner Arbeit ist die zunehmende Verschiebung von unmittelbarer, sensorischer Erfahrung hin zu medial vermittelten Bildern des Körpers. In einer von technologischen Apparaten, architektonischen Ordnungen und digitalen Repräsentationen geprägten Gegenwart wird der Körper immer häufiger über sein Bild definiert. Mich interessiert, wie diese Bedingungen Wahrnehmung formen, welche Formen der Konditionierung sie hervorbringen und wo Reibungen, Brüche oder Widerstände entstehen können. Die Arbeiten untersuchen diese Spannungsfelder, indem sie den Körper in Situationen versetzen, in denen er sich an räumliche Strukturen anlehnt, gegen sie arbeitet oder von ihnen geformt wird.

Auch wenn visuelle Medien eine zentrale Rolle spielen, richtet sich meine Aufmerksamkeit bewusst auf nicht-visuelle Dimensionen von Wahrnehmung: auf Gewicht, Druck, Reibung, Gleichgewicht, Atem, Zeitdehnung und innere Zustände. Bewegung wird dabei zu einem Instrument, um diese Qualitäten erfahrbar zu machen und ihnen eine Form zu geben, ohne sie vollständig zu fixieren. Die entstehenden Arbeiten sind weniger als abgeschlossene Aussagen zu verstehen, sondern als Momentaufnahmen eines fortlaufenden Dialogs zwischen Körper, Raum und Vorstellung.

In diesem Sinne verstehe ich meine Praxis als eine Suche nach Formen, die körperliche Erfahrung nicht ersetzen, sondern verdichten und transformieren. Sie zielt darauf ab, Wahrnehmung nicht zu erklären, sondern sie zu verschieben – hin zu einer Aufmerksamkeit für das, was sich im Übergang zwischen Bewegung und Bild, zwischen Präsenz und Repräsentation, zwischen Körper und Umwelt ereignet.

Susanne Schär

Der Fokus liegt auf der Betrachtung des Unspektakulären. – In den Arbeiten von Susanne Schär & Peter Spillmann geht die Wahrnehmung und Interpretation des Augenblicklichen voraus. Es ist die Hingabe an die kleinen, unscheinbaren Gegebenheiten, in denen sie das Besondere entdecken und für sich gewinnen. Meist sind es gerade die alltäglichen Wiederholungen, monotonen Rituale, die sie in Bann halten, und die sie zu mehrschichtigen Installationen mit unterschiedlichen Medien verarbeiten.

Peter Spillmann

Der Fokus liegt auf der Betrachtung des Unspektakulären. – In den Arbeiten von Susanne Schär & Peter Spillmann geht die Wahrnehmung und Interpretation des Augenblicklichen voraus. Es ist die Hingabe an die kleinen, unscheinbaren Gegebenheiten, in denen sie das Besondere entdecken und für sich gewinnen. Meist sind es gerade die alltäglichen Wiederholungen, monotonen Rituale, die sie in Bann halten, und die sie zu mehrschichtigen Installationen mit unterschiedlichen Medien verarbeiten.

Anina Gröger

Anina Grögers Bilder sind nicht Ergebnis eines vorgefassten Konzepts, sondern entstehen als work in progress. Weder die Farbe noch die daraus entstehenden Formationen sind im voraus festgelegt. Das Bild entwickelt sich in einem konzentrierten, langsamen Schaffensprozess, der bis zum Schluss offen für Veränderungen bleibt.

Die vermeintlich lockere, leichte und spontane Art des Farbauftrags ist tatsächlich einem Akt höchster Konzentration und intensiven Körpereinsatzes entsprungen. Sie vertreibt die Farben, ein Öl/ eitempera-Gemisch, ausschließlich mit der Hand, ein höchst unkonventioneller und zugleich sehr ursprünglicher Akt des Malens. Das heißt, sie bedient sich keiner Hilfsmittel, sondern malt im wahrsten Sinne „mit dem Körper“.

Aleksandra Cegielska

Aleksandra Cegielska (b. 1985) is a Polish multidisciplinary artist based in Basel, Switzerland. Her practice spans painting, sculpture, textiles, performance, and public art, grounded in feminist theory, personal narrative, and bold social commentary. Working at the intersection of fashion, advertising aesthetics, and activism, Cegielska’s work interrogates systems of power, gender norms, and the commodification of identity – often with a fierce visual language steeped in irony, sarcasm, and unapologetic color.

Cegielska’s art is deeply autobiographical yet universally resonant. She often places herself within the frame -literally and metaphorically – exploring themes of body autonomy, media manipulation, femininity, migration, and memory. Influenced by artists such as Andy Warhol, Barbara Kruger, Jenny Holzer, and Cindy Sherman, she employs the visual codes of advertising – posters, slogans, banners, and social media – to subvert the language of persuasion. Text is central to her practice; she uses it to disturb, question, and invite dialogue. The vulva, a recurring motif in her work, is used symbolically to explore broader socio-political constructs including domestic abuse, reproductive rights, and the policing of bodies. Her visual vocabulary is striking: bold colors, graphic shapes, and tactile materials create works that seduce before they confront.