Christine Dürr

Christine Dürr
Hafenateliers Birsfelden 248

Text über das Werk

Was ich tue, nenne ich bilderbilden.

Zum grössten Teil besteht mein Werk aus Arbeiten auf Papier.
Die Papiere haben selten mehr als ein-, oder zwei m2 Fläche.
Meine Farben sind selbst hergestellt, so habe ich
sie im Griff, aber umso mehr Freiheiten kann ich der Farbe
auf dem Papier geben.

Es ist nicht zu wissen, wie ein Bild dann aussehen wird.
Das erfahre ich dann während der Arbeit.
Und Linien sind eine brauchbare Art zu denken,
ich verwende sie gerne.
Ich stelle mir Regeln auf und ich bleibe restriktiv
mit meiner Imagination und Vorwegnahme.

Was daraus wird, ist ‚VORgegenständlich‘.
Ich gelange an den Ort, wo das Entstehen zwischen mir
und auch im Bild geschieht. Das kann man sehen,
und vermutlich können das auch andere erkennen,
das zu zeigen, ist sehr interessant.

Ruth Berger

Seit mehr als dreissig Jahren bin ich vom Leben und Sterben der Pflanzen fasziniert.
Die Pflanze als Sinnbild des Lebens. Werden-Sein-Vergehen sind in ihr direkt und
unmissverständlich in kurzen Zeiträumen ablesbar.
Dabei geht es mir darum, mich dem Geheimnisvollen, dem Wesenhaften
der Pflanze ganzheitlich anzunähern.
Dazu sind mir Aquarell, Zeichnung, Photo als Medien sehr vertraut und wichtig,
um auf immer wieder neue Art mich überraschen zu lassen und weiter zu forschen.

Monika Ruckstuhl

Landschaften und Interieurs. Räume ,die sich aufzulösen scheinen. und das Licht die Grenzen verwischt. Teils sind die Motive mehr zu erahnen als tatsächlich zu erkennen. Leerstellen die durch unsere Erinnerungen aufgefüllt werden können.

Marti Hansjörg

Konzept  Portes Ouvertes  2026:  Hee Alter…. mach doch mal auf Nachlassverwalter…   Hansjörg Marti, ein aus diversen Gründen in Vergessenheit geratener Künstler im jüngerem Rentneralter zeigt in einer «Salonhängung» Zeichnungen, Objekte, Dokumentationen und Ideenordner aus mehr als 40 Jahren Kunstarbeit.  Hee Alter ist ein Versuch, seine alten und neuen Werke irgendwie «nachlassverwalterisch» in den Griff zu bekommen oder mindestens zu ordnen und auszumisten. Die gezeigten und nicht gezeigten (sprich: eingelagerten Arbeiten) werden wahrscheinlich nach seinem Ableben definitiv der Entsorgung zugeführt.   Hee Alter thematisiert das Schicksal unbeachteter KünstlerInnen-Nachlässe und deren Endlösung «Veraschung in Kehrrichtverbrennungsanlagen» und appelliert erwartungslos an das Wohlwollen amtlicher und selbstberufener Nachlassverwalter.

Joël Jan Gasser

Joël Jan Gasser bewegt sich zwischen Kunst und Szenografie. Er versteht Räume als erzählerische Kompositionen, in denen Atmosphäre, Emotion und Wahrnehmung zusammenfinden. Dieses räumliche Denken prägt auch seine künstlerische Arbeit. Geschichten werden zu Bildern, Bilder werden zu Räumen. Beides inspiriert sich gegenseitig und schafft eine eigene visuelle Sprache. In seiner Arbeit verdichtet Gasser Eindrücke des Alltags zu neuen Bildwelten. Auf Papier und Leinwand entstehen vielschichtige Kompositionen mit Acryl, Tinte, Ölwachskreide, Farbstift und Filzstift. Seine Werke erkunden das Verhältnis zwischen Mensch und Umwelt, zwischen Wahrnehmung und Wirklichkeit, zwischen Innen und Aussen. Sie laden ein, sich in ihnen zu verlieren und neue Perspektiven zu entdecken.

Timo Paris

Meine künstlerische Praxis begreife ich als eine prozesshafte Untersuchung des Körpers in Bewegung und seiner Übersetzung in visuelle, räumliche und mediale Formen. Der Körper fungiert dabei zugleich als Erfahrungsraum und als Bildträger: als Subjekt, das wahrnimmt, handelt und erinnert, und als Objekt, das geformt, fragmentiert und repräsentiert wird. Aus dieser Spannung heraus entstehen Arbeiten, die Bewegung nicht primär als Ausdruck, sondern als Methode der Erkenntnis verstehen.

Im Zentrum meines Interesses steht die Frage, wie körperliches Wissen entsteht, wie es sich in Bilder, Linien, Volumen oder zeitliche Strukturen einschreibt und wie diese Übersetzungen unsere Wahrnehmung von Identität, Präsenz und Raum beeinflussen. Tanz, insbesondere Breaking, bildet dabei keinen abgeschlossenen Bereich, sondern einen Ausgangspunkt für eine medienübergreifende Praxis, in der Bewegung in Zeichnung, Skulptur, Film, Installation und Performance überführt wird. Diese Medien werden nicht als voneinander getrennte Disziplinen behandelt, sondern als unterschiedliche Aggregatzustände derselben körperlichen Erfahrung.

Ein wiederkehrendes Thema meiner Arbeit ist die zunehmende Verschiebung von unmittelbarer, sensorischer Erfahrung hin zu medial vermittelten Bildern des Körpers. In einer von technologischen Apparaten, architektonischen Ordnungen und digitalen Repräsentationen geprägten Gegenwart wird der Körper immer häufiger über sein Bild definiert. Mich interessiert, wie diese Bedingungen Wahrnehmung formen, welche Formen der Konditionierung sie hervorbringen und wo Reibungen, Brüche oder Widerstände entstehen können. Die Arbeiten untersuchen diese Spannungsfelder, indem sie den Körper in Situationen versetzen, in denen er sich an räumliche Strukturen anlehnt, gegen sie arbeitet oder von ihnen geformt wird.

Auch wenn visuelle Medien eine zentrale Rolle spielen, richtet sich meine Aufmerksamkeit bewusst auf nicht-visuelle Dimensionen von Wahrnehmung: auf Gewicht, Druck, Reibung, Gleichgewicht, Atem, Zeitdehnung und innere Zustände. Bewegung wird dabei zu einem Instrument, um diese Qualitäten erfahrbar zu machen und ihnen eine Form zu geben, ohne sie vollständig zu fixieren. Die entstehenden Arbeiten sind weniger als abgeschlossene Aussagen zu verstehen, sondern als Momentaufnahmen eines fortlaufenden Dialogs zwischen Körper, Raum und Vorstellung.

In diesem Sinne verstehe ich meine Praxis als eine Suche nach Formen, die körperliche Erfahrung nicht ersetzen, sondern verdichten und transformieren. Sie zielt darauf ab, Wahrnehmung nicht zu erklären, sondern sie zu verschieben – hin zu einer Aufmerksamkeit für das, was sich im Übergang zwischen Bewegung und Bild, zwischen Präsenz und Repräsentation, zwischen Körper und Umwelt ereignet.

Anina Gröger

Anina Grögers Bilder sind nicht Ergebnis eines vorgefassten Konzepts, sondern entstehen als work in progress. Weder die Farbe noch die daraus entstehenden Formationen sind im voraus festgelegt. Das Bild entwickelt sich in einem konzentrierten, langsamen Schaffensprozess, der bis zum Schluss offen für Veränderungen bleibt.

Die vermeintlich lockere, leichte und spontane Art des Farbauftrags ist tatsächlich einem Akt höchster Konzentration und intensiven Körpereinsatzes entsprungen. Sie vertreibt die Farben, ein Öl/ eitempera-Gemisch, ausschließlich mit der Hand, ein höchst unkonventioneller und zugleich sehr ursprünglicher Akt des Malens. Das heißt, sie bedient sich keiner Hilfsmittel, sondern malt im wahrsten Sinne „mit dem Körper“.

Lynn Catania-Voeffray

My Artistic Endeavors: “Realms of a Moment” is a title I once used for a body of work. Actually, it is a good description for all my drawings, paintings and prints. Life feels like an unfolding, a process and for me doing my art work does as well. It’s a dance of reactions and doing. For example, while doing my figure drawings, each drawing is a journey. I have no idea how each moment will unfold, where my attention will be drawn. I just want each moment to be fresh and my marks and paper surface to breathe together. My art making is, indeed, a quiet adventure and a pleasure.