Timo Paris
4051 Basel
 
Dernière participation aux ateliers ouverts
2015
 
Techniques
- Dessin
- Performance
- Sculpture
 
contact
Steinentorberg 28
4051 Basel
timo.paris.von.allmen@gmail.com
tél : 07 63 61 47 68
https://www.timo.paris/
 
Présentation
Meine künstlerische Praxis begreife ich als eine prozesshafte Untersuchung des Körpers in Bewegung und seiner Übersetzung in visuelle, räumliche und mediale Formen. Der Körper fungiert dabei zugleich als Erfahrungsraum und als Bildträger: als Subjekt, das wahrnimmt, handelt und erinnert, und als Objekt, das geformt, fragmentiert und repräsentiert wird. Aus dieser Spannung heraus entstehen Arbeiten, die Bewegung nicht primär als Ausdruck, sondern als Methode der Erkenntnis verstehen.
Im Zentrum meines Interesses steht die Frage, wie körperliches Wissen entsteht, wie es sich in Bilder, Linien, Volumen oder zeitliche Strukturen einschreibt und wie diese Übersetzungen unsere Wahrnehmung von Identität, Präsenz und Raum beeinflussen. Tanz, insbesondere Breaking, bildet dabei keinen abgeschlossenen Bereich, sondern einen Ausgangspunkt für eine medienübergreifende Praxis, in der Bewegung in Zeichnung, Skulptur, Film, Installation und Performance überführt wird. Diese Medien werden nicht als voneinander getrennte Disziplinen behandelt, sondern als unterschiedliche Aggregatzustände derselben körperlichen Erfahrung.
Ein wiederkehrendes Thema meiner Arbeit ist die zunehmende Verschiebung von unmittelbarer, sensorischer Erfahrung hin zu medial vermittelten Bildern des Körpers. In einer von technologischen Apparaten, architektonischen Ordnungen und digitalen Repräsentationen geprägten Gegenwart wird der Körper immer häufiger über sein Bild definiert. Mich interessiert, wie diese Bedingungen Wahrnehmung formen, welche Formen der Konditionierung sie hervorbringen und wo Reibungen, Brüche oder Widerstände entstehen können. Die Arbeiten untersuchen diese Spannungsfelder, indem sie den Körper in Situationen versetzen, in denen er sich an räumliche Strukturen anlehnt, gegen sie arbeitet oder von ihnen geformt wird.
Auch wenn visuelle Medien eine zentrale Rolle spielen, richtet sich meine Aufmerksamkeit bewusst auf nicht-visuelle Dimensionen von Wahrnehmung: auf Gewicht, Druck, Reibung, Gleichgewicht, Atem, Zeitdehnung und innere Zustände. Bewegung wird dabei zu einem Instrument, um diese Qualitäten erfahrbar zu machen und ihnen eine Form zu geben, ohne sie vollständig zu fixieren. Die entstehenden Arbeiten sind weniger als abgeschlossene Aussagen zu verstehen, sondern als Momentaufnahmen eines fortlaufenden Dialogs zwischen Körper, Raum und Vorstellung.
In diesem Sinne verstehe ich meine Praxis als eine Suche nach Formen, die körperliche Erfahrung nicht ersetzen, sondern verdichten und transformieren. Sie zielt darauf ab, Wahrnehmung nicht zu erklären, sondern sie zu verschieben – hin zu einer Aufmerksamkeit für das, was sich im Übergang zwischen Bewegung und Bild, zwischen Präsenz und Repräsentation, zwischen Körper und Umwelt ereignet.
 
Parcours
Timo Paris (*1994, Basel, Schweiz) ist multidisziplinärer Künstler an der Schnittstelle von Tanz und bildender Kunst. Neben seiner autodidaktischen Ausbildung im Breaking absolvierte er 2020 den Bachelor und 2024 den Master in Bildender Kunst an der HGK FHNW Basel. Seine Arbeit untersucht die Beziehung zwischen Körper als Subjekt und Körper als Objekt mittels Bewegung, Film, Zeichnung, Fotografie und Skulptur. Seine Werke werden in Museen und Galerien gezeigt, seine Tanzfilme international ausgezeichnet.
Im Tanz liegt Paris’ Schwerpunkt auf dem Tanzstil Breaking, den er seit 2004 praktiziert. Ursprünglich wettkampforientiert, wurde sein Tanztraining durch Meditation, Visualisierung, Ernährung und Yoga ergänzt – Methoden, die er heute künstlerisch neu interpretiert und weiterentwickelt.
Seine Arbeit untersucht die Beziehung zwischen dem Körper als Subjekt (Tanz) und dem Körper als Objekt (Bildende Kunst). Anhand von Bewegung, Film, Zeichnung, Fotografie und Skulptur erforscht er die Verbindungen zwischen Körper, Umgebung und Wahrnehmung. Seine Werke wurden international gezeigt.
Die Arbeit mit Gemeinschaften und Bildung bildet einen wesentlichen Bestandteil von Paris’ künstlerischer Praxis. Er hat zahlreiche Workshops entwickelt, die Tanz, Architektur und Bildende Kunst verbinden und körperbasiertes Wissen sowie kollektives Lernen betonen. Seit 2019 leitet er gemeinsam mit anderen das Mentorship-Programm der Flavour Crew in Basel.
