Claire Morgan

Humans are animals. Our intellectual dislocation from the landscape that sustains us is fuelled by the narratives we construct to distance ourselves from mortality and natural cycles. We behave as individual entities with fixed identities, but the reality is less clear. I am intrigued by those simultaneous senses of spiritual communion and unpalatable intrusion that come about through awareness of our connectedness, and of our vulnerability. My work explorations memory, grief and kinship, and the way that stories can shape identity. I use formal and material means to probe the inherent violence of the patriarchal, colonial systems that form so much of the basis of contemporary life. This has a cathartic function and slows that violence down, drawing from it a strange power and transformative potential. There is a desperate need to reimagine the relationships humans have with other species and with the planet. I want to delve into places where divisions blur between history and nature, the personal and the political. A boundary is not merely a dividing line, but a point where a transfer of energy might occur. The possibility of a spark.

Gabriele Horndasch

Auszug einer Rede von Tanja Kleine-Quadflieg über das künstlerische Werk von Gabriele Horndasch anläßlich der Verleihung der FBZ Art Award 2025 Gabriele Horndasch ist eine Künstlerin, die mit offenen Augen durch die Welt geht! Schon immer und immer mehr. Sie arbeitet interdisziplinär und hat sich zu keinem Genre festgelegt. Die Dinge begegnen ihr und sie greift sie auf. Ihre Fundstücke inspirieren sie und daraus entstehen vielschichtigste Arbeiten. Aber niemals beliebig! Sie entwickelt Visionen aus den Dingen, die ihr begegnen und dazu sucht sie sich ein bedeutungsvolles Umfeld, versucht des Pudels Kern zu finden. Dabei ziehen sich immer Rote Fäden durch alles. Ein wichtiger roter Faden in ihrem Werk ist die Sprache, der sprachwissenschaftliche Ansatz. Das erscheint immer wieder, auch wenn sie näht. Wie gerade aktuell bei den ‘Buchstabenkleidern’, […] die sie auch bei einer Ausstellung in Japan in diesem Jahr gezeigt hat. Kleider aus zartester asiatischer transparenter Seide benäht mit Anagrammen, Sammelstücke aus jahrelanger Spracharbeit. Sie zerschneidet jede FAZ akribisch und bildet aus den immer wiedererkennbar geschwungenen Buchstaben ihre Anagramme. Eine Sammlung ist dabei entstanden. […] mit ausgedienten Leuchtstoffschriftzügen schafft sie neue Sprachwände. Setzt sie in einen neuen Zusamenhang und damit sprechen sie ganz klar und deutlich zu uns. An Betonwänden erscheinen Sie, finden eine neue vorübergehende Heimat und Bedeutung. […] Tanja Kleine-Quadflieg Bochum, 26. Juni 2025

Michel Pfister

EINE KRAFTVOLLE UND RAUMGREIFENDE PRÄSENZ
Ob klein- oder grossformatig, seinen raumgreifenden Interventionen gemein ist eine kraftvolle Präsenz, die Raum und Holzobjekt gleichermassen umschliesst. Die Rede ist von den Arbeiten von Michel Pfister, der — 1966 geboren und aufgewachsen in der Surselva — seit Jahrzehnten in Basel tätig ist.

BESCHAFFENHEIT DES MATERIALS
Sein Vater war der Schreiner in seinem Heimatdorf Waltensburg / Vuorz. Darauf führt Michel Pfister seine Leidenschaft für das Material Holz zurück, dessen Qualitäten weit über das rein Handwerkliche hinausgehen. In der unterschiedlichen Beschaffenheit sowie Oberflächenbehandlung, den haptischen, taktilen sowie olfaktorischen Eigenschaften des Materials,
die eine ungemeine Vielfalt an Verwendungsmöglichkeiten beherbergt und die laut Pfister noch lange nicht ausgereizt sind, hat der Künstler das ideale Medium für seinen persönlichen künstlerischen Ausdruck gefunden.

INTENTION UND ARBEITSWEISE
Michel Pfisters künstlerische Intention liegt in der intensiven Auseinandersetzung mit Raum, Objekt und Architektur. Dabei ist ihm das handwerkliche Können genauso wichtig wie der Umgang mit dem Material. Seine Interventionen sind jeweils ortsbezogen. Indem sich Pfister in einem ersten Schritt auf die vorgefundene räumliche Gegebenheit einlässt, ist es ihm möglich,
den Raum — durchaus auch intuitiv — zu erfassen. Der nächste Arbeitsschritt spielt sich im Atelier ab: Es entstehen skizzenhafte Zeichnungen von Hand. Diese Entwürfe widerspiegeln einerseits seinen Eindruck des zu bespielenden Ortes, andererseits stellen sie eine erste Idee des künstlerischen Eingriffes dar. Wieder vor Ort erfolgt die Kontrolle, ob Form, Grösse und Proportion den Räumlichkeiten tatsächlich entsprechen. Pfisters akribische Arbeitsweise
erfordert Zeit und Geduld. Während einer nächsten Phase, die den Aufbau der Installation beinhaltet, eröffnet sich ihm nach und nach ein Zeitfenster, in dem er spürt, dass Raum und Objekt eine gemeinsame Geschichte zu erzählen beginnen. Nun lässt er sich abermals Zeit, besucht die Räume wieder und wieder und nimmt geringfügige Änderungen vor. Irgendwann tritt schliesslich der Moment ein, an dem sich dem Künstler die erhoffte Intention offenbart: eine gegenseitige Durchdringung von geschaffenem Objekt sowie vorgegebener Raumsituation.
Dabei verfolgt er in seinem Kunstschaffen stets das Ziel, mit minimalen Eingriffen eine grösstmögliche Wirkung zu realisieren.

Eine Stärke der Arbeiten von Pfister besteht darin, dass ihre ausstrahlende — buchstäblich fühlbare — Präsenz die vorgefundene Raumsituation zu intensivieren vermag. Die innewohnende Kraft der Objekte schafft im Zusammenspiel mit den Räumlichkeiten eine spannungsvolle Atmosphäre. Durch Michel Pfisters Eingriffe wird die Geschichte des Ortes quasi konserviert und auf einer nonverbalen, sinnlichen Ebene weitergeführt.
Ginia Holdener

Madeleine Ashie-LEroy

Ich arbeite an der Schnittstelle von Körper, Ornament und Macht. Meine Arbeiten bewegen sich zwischen Skulptur, Installation und Objekt. Sie entstehen aus einem Interesse an Form als Träger von Begehren, Projektion und Ordnung. Der Barock ist dabei ein wichtiger Bezugspunkt. Nicht als Stilzitat, sondern als Haltung: Übermaß, Verdrehung, Glanz, Oberfläche, theatralische Geste. Mich interessiert das Ornamentale ebenso wie das Bedrohliche. Viele meiner Formen oszillieren zwischen Waffe und Fetisch, zwischen Schutzobjekt und Angriffsfläche, zwischen Fantastik und Funktion. Sie können glänzen, locken, abweisen. Sie bleiben ambivalent. Ich arbeite mit Materialien wie Gummi, Keramik, Textilien oder beschichteten Oberflächen. Diese Stoffe besitzen eine körperliche Qualität. Sie erinnern an Haut, Membran oder Panzer. Sie sind weich und widerständig zugleich. In dieser Materialität liegt eine Spannung zwischen Intimität und Rüstung, zwischen Verletzlichkeit und Inszenierung. Ein wiederkehrendes Motiv ist das Phallische. Nicht als Symbol männlicher Potenz, sondern als kulturell stark codierte Form, die Macht, Ordnung und Richtung behauptet. Auffällig ist, dass es für dieses Zeichen kein sprachlich gleichwertiges weibliches Pendant gibt. Diese Asymmetrie interessiert mich. Meine Arbeiten reagieren darauf nicht mit Illustration, sondern mit Verschiebung. Formen kippen, verlieren ihre Eindeutigkeit, werden Ornament, Wucherung, Fragment oder Hülle. Mich reizt der Moment, in dem ein Objekt nicht mehr klar benennbar ist. Wenn es zwischen Fantasie und Funktion schwebt, zwischen Attraktion und Gefahr. In diesem Zwischenraum entstehen meine Arbeiten. Sie behaupten nichts, sie verführen, irritieren oder widersprechen. Bedeutung bleibt beweglich. Ich verstehe meine Praxis als formale und materielle Auseinandersetzung mit Machtstrukturen, die sich im Körperlichen einschreiben. Skulptur wird dabei zu einem Ort, an dem Glanz und Gewalt, Begehren und Abwehr gleichzeitig sichtbar werden können.

Po-Jen Wei

Lives and works in Taoyuan, Taiwan.

 

His practice spans installation, sculpture, drawing, performance, and video, with a sustained focus on delineating the boundaries and spatial landscapes, exploring the sensory interweaving between personal life experiences and the material world. His works often begin with bodily perception and close observation of textures, using shifts in scale to capture the interplay of presence and absence within space, as well as the tension and pull of boundaries. Through this, he constructs a resonant field in which emotion and material enter into dialogue.

Yuya Suzuki

Focusing on the intermediate zones within urban environments—those between the private and the public, and between the artificial and the natural—Yuya Suzuki extracts symbolic images through the process of drawing, based on the forms of “residues” generated by the interactions among urban metabolism, natural forces, and human consumption. Using these as the foundation of his own visual language, he employs various media—including sculpture, video, painting, and kinetic objects—to reconstruct the real world through mixed-media installations.

Petra Keinhorst

Petra Keinhorst works in site-specific installations, sculptures, and drawings. Her three-dimensional work largely comprises of hard paraffin wax sculpture projects. She melted a first public sculpture in 1999 and has been re-using the material since, re-melting it again and again. Through carving, forming or casting, work and material constantly transform anew. 

Living in South Africa for many years has influenced her motives – moving toward works that look at the social and environmental impact of our activities on this planet. The beauty of the hard paraffin wax that at times becomes partially translucent is alluring, despite confronting us with what we don’t like to see. Her two dimensional works seem similarly beautiful and fragile at first, until one realizes their meaning. 

 

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Petra Keinhorst arbeitet in raumbezogenen Installationen, Skulpturen und Zeichnungen. Seit vielen Jahren meist mit immer demselben Material Hartparaffin. Eine erste öffentliche, grosse Skulptur hat sie damals wieder eingeschmolzen – seither sind daraus über Neuguss und Wiedereinschmelzung viele neue Werke entstanden. 

Die Arbeiten entstehen klassisch bildhauerisch gehauen und geschnitzt aus zuvor gegossenen Blöcken, oder frei getaucht und geformt, oder auch abgeformt im Negativguss.

Die entstandenen Skulpturen erleuchten im sonnigen Gegenlicht halb transparent, mit einer harten und oft glänzenden Oberfläche. Die Konturen erscheinen weicher als sie tatsächlich sind und scheinen sich im Licht visuell teils aufzulösen.

Die Werke entziehen sich uns damit, obschon wir uns haptisch über das Material so angezogen fühlen. Sie erzeugen in Räumen eine atmosphärische Stimmung, die selbst im Aussenraum platzierte Objekte noch ausstrahlen.

Die Künstlerin lebte ein Jahrzehnt lang in Südafrika. Die Thematik ihrer Arbeiten hat sich, davon beeinflusst, verändert und seither entstandene Werke sind oft mehrteilige Installationen welche die Auswirkung unserer Aktivitäten auf diesem Planeten thematisieren. Während frühere Arbeiten oft eine bestimmte melancholische oder atmosphärische Stimmung intendierten, zeigen neuere Arbeiten eine formelle Brüchigkeit welche auf die Problematik unserer Zeit teils symbolisch oder konkret hinweist.

 

Der Prozess des Wiedereinschmelzens und Neubearbeiten des Materials ist dabei eine kontinuierliche Verwandlung von ephemerer Qualität.

Sofia Durrieu

Jusqu’à présent, je conçois mon travail comme un questionnement, une manière d’agir sans certitudes. Ma pratique explore, au sein des objets, discours, constructions, normes et codes du paradigme fonctionnel contemporain, où peut émerger une rupture, dans une tentative de libérer la présence humaine de son conditionnement à l’efficacité. Sculptures et performances – envisagées comme un continuum – sont des situations de dialogue. Elles prennent souvent la forme de systèmes hautement régulés, tout en suggérant subrepticement incertitude et ouverture. Objets, systèmes et catégories du quotidien sont extraits des contextes qui leur confèrent sens et utilisés à des fins incertaines : des actions familières mènent à des résultats inattendus, où la logique binaire des contraires est mise à mal. Les visiteurs sont souvent invités à s’engager attentivement avec l’œuvre. De cette rencontre naît une transformation mutuelle. En expérimentant directement l’étroitesse de la structure imposée, le visiteur peut actualiser la responsabilité qu’il exerce à son égard. Le corps en situation se révèle alors comme un champ des possibles où se manifestent les mécanismes acquis de la perception, et comme la source de leur possible désarticulation. Inséparable de l’intuition, des émotions et de l’intellect, elle abandonne son rôle d’instrument rationnel pour devenir une présence, créant un espace de resensibilisation et d’empathie. Le comportement opérationnel et la notion de fonctionnalité peuvent alors être resignifiés : l’univocité du sens et l’ordre acquis figurent parmi les constructions possibles de la réalité. Concret et spirituel, sacré et quotidien, efficacité et sensibilité, soi et non-soi sont à la fois distincts et identiques. C’est là que se révèle la structure au-delà de sa conception fixe et monolithique, ouverte dans sa résonance vitale, tendre, dynamique, polyvalente, versatile, mutante, poétique.

Till Langschied

Till Langschied ist ein bildender Künstler, Autor und GIF-Enthusiast. Seine künstlerische Praxis konzentriert sich auf den Zusammenbruch von Signifikatensystemen in einem von Technologie und Netzwerken geprägten Zeitalter.

In seiner interessiert er sich dafür, wie unsere meist digitalisierte Realität Spuren am menschlichen Körper und Bewusstsein hinterlässt. Wie kann unsere Psyche mit dem übersättigten Moment eines sich ständig erweiternden “now” umgehen? Irgendwo zwischen der attention economy und den self-care Apps geschieht etwas mit unserer Spezies, und Till versucht, dieses Gefühl der Entfremdung von der Realität nachzuzeichnen in unserer Zeit, in der alles hypervernetzt ist.

Neben bildnerischen Arbeit beschäftigt sich Till mit Text. Er gründete 2023 das queere Schreibkollektiv Q.U.I.C.H.E., das jüngst den Recherchebeitrag Basel-Stadt gewann.

Er wurde 2020 zur Lago Mio Residency in Lugano eingeladen und erhielt 2021 einen Residenzaufenthalt von Pro Helvetia Shanghai und von der Fundaziun Nairs. Im Jahr 2024 war er für eine Residency mit Radio28 in Mexiko-Stadt und wurde für 2025 mit dem Atelier Mondial Stipendium für die Cité internationale des Arts in Paris ausgezeichnet.

Gaby Fust

Als ausgebildete Tänzerin, Tanzlehrerin und Choreografin folgte Gaby Fust ihrer zweiten Passion der bildenden Kunst. Sie lebt in Basel und ist Teil der «Hafenateliers Birsfelden». Diese befinden sich an der Rührbergstr. 21 in Birsfelden. Ihr Atelier mit der Nr. 247 befindet sich im 2. Stock.  Vom Tanz zur Materie: Ihr Hintergrund im Tanz prägt ihren künstlerischen Prozess massgeblich. Sie arbeitet vorwiegend mit alltäglichen Materialien wie Karton, dabei entstehen skulpturale Objekte die meist Malerei und Zeichnung beinhalten.   Die Kombination aus gemalten Oberflächen (Gouache/Acryl) auf robustem Karton erzeugt einen spannenden Kontrast zwischen Fragilität und Stabilität.   Vom Tanz zur Form: Der künstlerische Prozess zeigt Parallelen zum Tanz.  Der Körper im Raum, Emotionen und Präsenz.